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Die Herkunft des Namens Hackelhöf (Alternative 1)
Der Name leitet sich ab aus dem Mittelhochdeutschen “Haag”, auch “Hac” ausgesprochen. Damals konnten nur wenige Menschen schreiben. Heute existiert ein Wort zuerst in der Schriftform und die Aussprache richtet sich danach. Damals sprachen Menschen dieselben Worte an unterschiedlichen Orten anders aus und die Schreibweise folgte der Sprache. Als Ergebnis findet man das alte Wort “Haag” heute in Worten wie Hackl, (Reh)hagel und Hagedorn. In Altenglisch finden sich die ähnlichen Worte “hecg” bzw “haga”. (Englisch und Deutsch sind verwandte Sprachen) Haag bezeichnete einen Hof umgeben von einem “lebenden“ Zaun. Dabei handelte es sich oft um Hagebutte (lateinische Bezeichnung: rosa canina) oder Weißdorn (lateinisch: crataegus oxyacantha), auch Hagedorn genannt. Der Zaun diente als Schutz vor wilden Tieren, Ein Haag Bauer war oft ein Kleinbauer bzw. ein armer Bauer, der gerade so seine Familie ernähren konnte. Oft gelang nicht einmal das. Die Bezeichnung “Hagestolz” für jemanden der freiwillig nicht heiraten will, stammt auch davon ab. Oft war der Bauer aber viel zu arm um zu heiraten, denn er konnte keine Familie ernähren und blieb zwangsweise ledig. Höf’ ist die Kurzform von Höfe. Hackelhöf wäre also die alte Bezeichnung für einen Ort mit Kleinbauern, deren Höfe von “lebenden” Zäunen umgeben waren.
Die Herkunft des Namens Hackelhöf (Alternative 2)
Der Stadt Budweis wurden bei seiner Gründung durch König Ottokar auch sogenannte Schoßhöfe beigegeben. Sie waren die Höfe von Patriziern, welche offensichtlich die Macht des Königs in der Stadt sicherstellen sollten und deshalb großzügige Ländereien übereignet bekamen. Aus dem Hof des Bürgers Hackl soll Hackelhöf entstanden sein.
Urkundliche Erwähnungen von Hackelhöf:
1370: Bezeichnung als “Curie Hofelini et Maczkonis in Villa Höfen” Mögliche Bedeutung: Curie: lateinisch (lat.) für Versammlungsort; lat. Villa = Landgut Das Mittelhochdeutsche (mhd) kennt das Wort: hoveli = kleine Höfe bzw. hoven = Ins Haus, aufnehmen, beherbergen mhd: mac = blutsverwandte Seitenlinie mhd: kone = Weib oder Eheweib mhd: konemac = Verwandter von Weibesseite Mit aller Vorsicht wäre folgende Übersetzung möglich: “Ansammlung kleiner Höfe und der Maczkon (Eigenname?) im Landgut Höfen (Eigenname?)”
1380: Bezeichnung als Villa Huzn mit 8 Höfen, Eigentum der Stadt Budweis 1501: Die Stadt Budweis kauft die Festung Hawsen (Hauzna) bei Hackelhöf. Man läßt sie jedoch verfallen und baute dafür eine “Baschte” für einen Teichheger, da ein Teil des Grundes in einen Teich verwandelt und der Rest als Felder an die Hackelhöfer Bauern verpachtet wurde. 1710: Zusammenlegung der Felder zum Meierhof Neuhöf, der direkt von der Stadt Budweis bewirtschaftet wurde. Nach Aufhebung der Leibeigenschaft 1781 wurde das Land unter die damaligen Knechte aufgeteilt, so daß sie freie Bauern wurden. Daraus wurde später Neuhöf, auch heute noch Teil von Hackelhöf. 1704: Hackelhöf wird als zu Budweis gehörendes Dorf mit 10 Grundbesitzern genannt. 1842: Pavel Jozef Safarik schreibt tschechisch folgendes (in deutscher Übersetzung): “...obwohl diese mehr tschechisch sind als deutsch werden sie als deutsche Orte bezeichnet: Haklowy Dwory (Hackelhöf)...” Ähnlich wie einige Jahrzehnte später Herr Weinhold gibt Herr Safarik keinen Nachweis seiner Behauptung mit. Offensichtlich hängt die Zuordnung von Hackelhöf als deutscher oder tschechischer Ort vom Standpunkt des Betrachters ab. 1848: Frantisek Palacky nennt Hackelhöf in dem Buch “Popis kralowstwi ceskeho” als Ort mit 30 Häusern und 231 Einwohnern. 1857: In dem Buch “Ethnografie der österreichischen Monarchie” von Karl Joseph Czoernig wird Hackelhöf als Teil der deutschen Sprachinsel um Budweis genannt. Wörtlich schreibt er: “Sie reicht von Norden nach Süden von Böhmisch-Fellern längs der Pilsen-Linzer Strasse bis Payreschau und von den Teichen nebst Hackelhöf im Westen bis Ves am Berg, Pfaffendorf und Strups im Osten.” 1862: Johann Trajer schreibt in seinem Buch über die “Diöcese Budweis”: Hackelhöf, 1 Stunde Fußweg von Budweis entfernt. Dorf, Deutsch und Böhmisch (= Tschechisch) 20 Häuser, 124 Katholiken, Einschichte: Moosbauer, 1 Stunde Fußweg. Neuhöf: 1 1/4 Stunde Fußweg von Budweis entfernt, Dorf, nur böhmisch, 11 Häuser und 90 Katholiken, Einschichten: Wachtseitl und Hensl, Häusler: die Baschen, Wie Herr Trajer auf diese Angaben kommt, ist eine große Frage. Erstens ist es falsch, daß Neuhöf damals ein rein tschechischer Dorfteil war. Es war genauso gemischt wie ganz Hackelhöf. Daß das kleine Neuhöf 11 Häuser und 90 Katholiken hatte erscheint mir ebenfalls als viel zu hoch. Damit hätte es ja fast so viele Einwohner wie Hackelhöf alleine gehabt. Zur Schule in Hackelhöf schreibt Herr Trajer: Filialschule in Hackelhöf, eingeschult sind Hackelhöf und Neuhöf, 49 Schulkinder. Patron und Päsentant: Budweiser Stadtgemeinde, Einkommen des Schullehrers: 157 fl und 50 kr. österreichische Währung. 1863: Dr. Karl Weinhold schreibt in dem Buch über deutsche Mundarten: “Gemischt sind Budweis, Hummeln, Paireschau, Porzitsch, Strups, Rudolfstadt, deutsch sind Böhmisch-Fellern, Hackelhöf, Vierhöf, Gauendorf, Schindelhöf, Leitnowitz, Plan, Strodenitz, Hodowitz, Lodus, Dubiken, Brod, Pfaffenhöf.” Wie er darauf kommt bleibt allerdings sein Geheimnis, denn die erste Statistik über die Ethnien gab es erst 1880. Die Behauptung, Hackelhöf wäre 1863 ein rein deutscher Ort gewesen kann also nicht stimmen!
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