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Das Buch „Budweiser und Stritschitzer Sprachinsel“ von Karl Adalbert Sedlmeyer
Ein Leserkommentar
Die Meinungen über dieses Buch weichen offensichtlich je nach Wohnort des Lesers voneinander ab. Es gibt da z.B. die Meinung des Historikers Jiři Petraš der das Buch in der Einführung zu seinem (übrigens hervorragend geschriebenen) Aufsatz über das Ende des Zusammenlebens zwischen Deutschen und Tschechen in Budweis als antitschechisch (proticesky) bezeichnet.
Man kann diese Meinung haben (und inzwischen habe ich dafür sogar größtes Verständnis), sie ist aber aus meiner Sicht etwas zu allgemein formuliert. Bevor man darüber diskutiert was das Buch ist, sollte man klarstellen was es nicht ist: Es ist keine wissenschaftliche Abhandlung, kein Aufsatz eines Historikers. Es ist eine Sammlung aus historischen Tatbeständen (wie z.B. die Schilderungen über den Bau der Eisenbahnlinie Budweis-Linz 1830) und persönlichen Erinnerungen ehemaliger Budweiser Bürger. Erinnerungen sind im Regelfall nicht neutral sondern reflektieren die persönliche Ansicht von Personen. Teilweise neigen Personen auch dazu, ihre Vergangenheit zu verschweigen bzw. sie in rosa Farben zu schildern.
Das Inhaltsverzeichnis liefert folgende Informationen:
Die Chronisten der Stadt Budweis Die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner Budweis als Schulzentrum, Garnisonsstadt... Budweis, seine kulturellen und sozialen Einrichtungen, sein Vereinsleben Budweis und seine Sprachinseln Budweis in der Erinnerung Verdiente Budweiser Historische Übersicht
Ein Teil der abgedruckten Erinnerungen weist durchaus antitschechische Tendenzen auf. Es ist - meiner Meinung nach - jedoch falsch daraus zu schließen, daß das Buch in seiner Gesamtheit diesen Tenor hat, da sich auch durchaus selbstkritische Kommentare darin finden. (z.B. der Bericht des Herrn A. Milz über 1939 (Seite 200), abfällige Bemerkungen über die Kreisleitung von Herrn Oppelt, Seite 510) Auch muß die Frage nach den Ursachen erlaubt sein, denn Vorurteile fallen nicht vom Himmel sondern entwickeln sich. (z.B. durch Erziehung und Erfahrungen) Den großen Hauptvorwurf, den man den Autoren des Buches machen kann, ist das Ausklammern der Zeitspanne von März 1939 bis April 1945. Die persönlichen Berichte behandeln die Zeit von ca. 1919 bis in die 30er Jahre hinein und schildern detailliert die Zeit ab Mai 1945. Über das Protektorat erfährt man leider nichts und ist darum auf andere Literatur angewiesen.
Sehr interessant sind die Schilderungen des Alltags der deutschsprachigen und ehemals österreichischen Minderheit in den 20er und 30er Jahren. Diese Milieuschilderung macht das Buch eigentlich besonders wertvoll.
Damalige Ereignisse haben wohl in vielen Fällen den Grundstock gelegt für Ressentiments und der Gewaltbereitschaft auf beiden Seiten. Die Geschichte der beiden Volksgruppen in Budweis ist auch eine Geschichte der gegenseitigen Unterdrückung und der Bereitschaft zur Vergeltung wenn sich die Zeiten geändert hatten. Das beginnt mit der k.u.k. Monarchie und der österreichischen „High-Society“ der Stadt welche trotzig auf ihrem Einfluß bestand und 1902 nicht einmal vor einem Manipulationsversuch der Gemeindewahlen zurückschreckte (siehe King, Seite 115 bis 124). Nach 1918 bildete sich eine tschechische „High-Society“ die mit umgekehrten Vorzeichen diese Politik fortführte. (Zeitungszensur und Schließung von Schulen) 1939 besetzte die deutsche Wehrmacht die Stadt und die nun deutsche Minderheit unterstützte die neuen Herren. Zwei Jahrzehnte, in denen ein Ausgleich theoretisch hätte stattfinden können, waren verloren. Als Nachwirkung besteht leider bei beiden Konfliktparteien die strenge Einteilung in Gut und Böse, wobei die eigene Partei natürlich immer gut ist. Diese Malerei in Schwarzweiß wird erst nach und nach von der Erkenntnis durchbrochen, daß die Realität wohl eher verschiedene Stufen von Grau aufweist.
Die Berichte der Zeitzeugen der Vorgänge ab Mai 1945 schildern - leider ohne Bezug zu den Jahren davor - die vielfältigen antideutschen Ausschreitungen. Die von mir gelesenen diversen Erklärungsversuche dafür , z.B. das Fehlen offizieller Institutionen die sich erst mühselig bilden mußten und die Wut auf die Nazis, das Desinteresse der Russen halten nicht immer einer kritischen Prüfung stand.
Die Widerstandsbewegung in Budweis war ab 1945 sehr aktiv und zeigte sich so offen, daß sogar ein deutsches Schulkind aus Hackelhöf während eines Luftalarms sehen konnte wie zwei Tschechen sich ungeniert durch ein Funkgerät mit den allierten Besatzungen der Bomber unterhielten. Schon vor dem 8. Mai 1945 hatten sich die großen Nazis (z.B. die Kreisleitung der NSDAP) schon längst abgesetzt oder durch Selbstmord (wie z.B. der Kreisbauernführer) der irdischen Gerichtsbarkeit entzogen. Die Ausschreitungen trafen deshalb höchstens die Mitläufer und leider in der Regel normale Bürger. Auch unter diesen traten aufgrund des Schocks über die Zustände viele Selbstmordfälle auf.
Die Russen waren überwiegend desinteressiert, einzelne Offiziere fühlten sich jedoch von den Ereignissen abgestoßen und griffen zu Gunsten der deutschen Minderheit ein.
In ihrer Gesamtheit kann man die Vorgänge sicherlich unter den Begriffen „Austoben und Plündern“ summieren. Wie in den Jahren des Protektorats waren offizielle Maßnahmen pauschal gegen eine Volksgruppe gerichtet ohne zu differenzieren zwischen Tätern, Mitläufern und Unschuldigen.
Einige Schilderungen in dem Buch über Budweis wie z.B. das über das Budweiser Kreisgefängnis (Seite 515) sind symptomatisch bezüglich weggelassener Informationen. Es ist zwar tragisch was man dort alles erleben mußte aber der Leser erfährt nichts über den Grund der Verhaftungen. Zwar ist der Vergleich der Belegungszahl des Gefängnisses von 1938 (50) und der von 1945 (> 500) auch interessant. Der Leser erfährt jedoch ebenfalls nichts über die Belegung und Zustände ab 1939. (Wieviel hatte die Gestapo dort inhaftiert?)
Der Versuch den ehemaligen Kreisleiter der NSDAP, Hans Westen, als völlig unschuldig hinzustellen endet mit Formulierungen wie „in seinem Haus gab es keinen forcierten Antisemitismus und kein forciertes Antitschechentum“. Antisemitisch und antitschechisch war also in Ordnung solange man es nicht forcierte? Die Logik in dieser Aussage habe ich noch nicht gefunden.
Man erfährt auch nichts darüber, daß die Gestapo in der Landstraße 35 in Budweis eine Außenstelle hatte. Die Landstraße befindet sich in der Altstadt, nördlich des Ringplatzes. Hat dies niemand gewußt? War es nicht wert das zu überliefern? Wußte niemand was in dem Haus so alles passierte oder dachte man, daß die Gestapo sich ohnehin nur um die Tschechen kümmert und nicht um die Volksgenossen? (Hinweis: die Verquickung zwischen Gestapo und ziviler Verwaltung war eng. Der Leiter einer Gestapo-Außendienststelle war gleichzeitig politischer Referent beim Oberlandrat. Der Oberlandrat hatte keine Weisungsbefugnis gegenüber der Gestapo, aber diese konnte ihm in polizeilichen Angelegenheiten Weisungen erteilen) Die Vorstellung der Dörfer in der Sprachinsel ist lückenhaft. Teilweise werden Einwohner namentlich genannt incl. ihrem jetzigen Wohnort in Deutschland, teilweise werden ganze Dörfer weggelassen obwohl sudetendeutschen Vereinigungen Listen der vertriebenen Personen vorlagen. Auch werden - in einem im konkreten Fall - Personen als deutsche Bewohner eines Dorfes genannt, die aber nach dem Mai 1945 wieder die tschechische Staatsbürgerschaft angenommen haben. Zieht man diese von der Liste ab, so bleibt kaum einer übrig.
Zusammenfassend betrachtet bietet das Buch jedoch wertvolle Informationen über das alte Budweis und viele persönliche Meinungen damaliger Einwohner. Meinungen sind teilweise höher einzuschätzen als sachliche Kommentare von Historikern, denn Menschen und ihr Charakter machen Geschichte. Man erfährt viel über die geistige Einstellung in der damaligen Zeit und kann allein schon aus diesen Informationen Rückschlüsse über manche Ursachen vergangener Ereignisse ziehen. Libri magistri! Aus diesem Grund sollten Historiker wie Herr Petraš froh sein, daß es dieses Buch gibt. Es lehrt über Vorurteile. Auf beiden Seiten übrigens! Meiner Ansicht nach sind sogar die weggelassenen Informationen wertvoll. Sie wecken Neugierde und regen Nachforschungen an. Nachfolgend eine Sammlung von sachlichen Informationen, die ich mir persönlich im Buch des Herrn Sedlmeyer und seiner Mitautoren gewünscht hätte. Falls es einmal eine Neuauflage gibt, sollte man die Zeit von 1939 bis April 1945 berücksichtigen. (Vielleicht mit Erinnerungen tschechischer Mitbürger? Audiatur et altera pars!) Die Beschaffung der unten stehenden Informationen war überraschend einfach und kostete oft nur eine Briefmarke. Was könnte man erst alles herausfinden mit mehr finanziellem Einsatz und vielen Helfern? Natürlich vorausgesetzt, man will den rosa Schleier wegziehen. Aber einige leben ganz bequem damit. Es wäre von den Autoren auch ehrlich gewesen, einige Worte über ihre jüdischen Mitbürger und ihr Schicksal zu verlieren. Diese Unehrlichkeiten gegenüber der damaligen Realität ziehen sich durch das ganze Buch. Manch einer wird als “verdienter Budweiser Bürger “ geehrt, obwohl schon kleine Recherchen ergeben, daß er m. E. zur Gruppe der Täter gehörte. Da das Buch von Zeitzeugen geschrieben wurde, wirft dies auf die Autoren ein schlechtes Licht.
Funktionäre der NSDAP und verwandter Organisationen in Budweis:
Oberlandräte:
Dr. Otto Pieper aus Stendal bei Berlin (Kurz nach dem “Anschluß” Österreichs 1938 wirkte er in einer Führungsposition in Freistadt und kam über Kaplitz nach Budweis.)
Oberregierungsrat Gerhard Ludwig (geboren 21.11.1890 vermutlich Greiz in Thüringen, dort hatte er zumindest einen Wohnsitz. Vor dem Amtsantritt in Budweis wohnte lt. tschechischen Quellen in Jena. Lt. Bundesarchiv - Kopie eines Schreibens des Reichsinnenministeriums vom 23.05.1939 - wirkte er vorher in Weimar. Ursprünglich vorgesehen für das Amt des Kreishauptmanns von Budweis. Bestätigt wurde das Anliegen im Juni 1939. Tschechische Quellen berichten von einem Dienstantritt in Budweis erst im Januar 1942. Die Gründe für die Verzögerung sind zur Zeit unbekannt)
Wilhelm Klose (geboren 27.01.1902 in Dortmund, Dienstantritt Budweis 04.06.1942)
Dr. Hans Blaschek (der Name wird in diversen Schriften auch Blaschke oder Blaschko geschrieben)
stellv. Bezirkshauptmann: JUDr. (Dr. jur.) Rudolf Jarolim (stammt aus der Budweiser NSDAP; besteht zwar im “Amtsblatt für den politischen Bezirk Budweis” bei Auslegungen von Erlassen allein auf dem deutschen Text und nicht auf die tschechische Übersetzung. Seinen Doktortitel schreibt er jedoch in der tschechischen Form “JUDr”.
Bürgermeister: Friedrich David (ebenfalls ein Budweiser Gewächs)
Leiter Außendienststelle Gestapo, Landstraße 35: SS Obersturmführer und Kriminalkommissar Adolf Fuchs 1939 bis 1943 (geboren 08.02.1909 Niederstadtfeld) Spitzname: “Bluthund von Budweis” (den gab ihm die deutsche Bevölkerung) SS Hauptsturmführer und Kriminalkommissar Hans Mohrbeck 1943 bis 1945 (geboren 26.06.1900 in Hamburg)
Leiter SD-Dienststelle Budweis: SS Sturmbannführer Hans Hermann Remmers (1939 bis 1940) SS Hauptsturmführer Hans Zimmermann (1940 bis 1942) SS Sturmbannführer Werner Eichler (geboren 1907 in Greiz) SS Hauptsturmführer Dr. Emil Erlbeck (bis 1945)
NSDAP-Kreisleiter: 15.03.1939 bis 25.07.1941: Hans Westen; danach: Walter Gasthuber ab 1944: Adolf Gustav Kaufmann, genannt Gustl.
Kreisorganisationsleiter: Franz Wildt
Kreisobmann Deutsche Arbeitsfront: Gustav Ziehfreund (gleichzeitig Leiter der DAF-Fachabteilung Metall und Eisen)
Kreiswalter der NS-Volkswohlfahrt: Robert Wiery
Kreisfrauenschaftsleiterin: Else Trübel
Kreisbeauftragter NS-Kriegsopferversorgung: Alois Kranl
Kreisobmann Nationalsozialistischer Deutscher Ärztebund: Heinrich Wicpalek
Kreiswalter NS-Bund Deutsche Technik: Ing. Edmund Trübel
Kreiswalter Reichsbund Deutscher Beamter: Gerichtsrat Franz Woratschek
Kreiswalter NS-Lehrerbund: Prof. Erhard Gebauer
Kreisgruppenführer NS-Richterbund: Regierungsrat Rudolf Jarolim
Kreisbauernführer: Johann Jauker aus Brod
Kreishauptmann (1943): Dr. Quido Strobl
Quellenverzeichnis:
King, Jeremy: „Budweisers into Czechs and Germans“
Sedlmeyer, Adalbert: “Budweiser und Stritschitzer Sprachinsel”
Rademacher, Michael: „Handbuch der NSDAP-Gaue 1928 bis 1945; Die Amtsträger der NSDAP und ihrer Organisationen auf Gau- und Kreisebene“
Petraš, Jiři: „Konec soužiti čechu a němcu v českych budějovicich“ Das Ende des Zusammenlebens von Tschechen und Deutschen in Böhmisch-Budweis. Ein interessant zu lesender Aufsatz.
Bundesarchiv Bestand R 70 „Protektorat Böhmen und Mähren“ hier: „Befehlshaber der SiPo und des SD, Dienststellen der Gestapo im Protektorat Böhmen und Mähren, Verzeichnis und Besetzung“
Wertvolle Hinweise finden sich in dem Buch “Ceskobudejovicko v dobe nacisticke okupace o osvobozeni” Autoren: Pecha /Vondra. Ich konnte aus Platzgründen hier nur einen winzigen Teil zitieren. Es ist ein gutes und außerordentlich detailliertes Buch.
Hinweis: Da die Daten bereits in Buchform vorlagen (siehe Rademacher; Vondra usw.) habe ich sie auch hier veröffentlicht. Bezüglich der Anfrage nach der Struktur der NSDAP in Budweis haben 2 Archive unabhängig voneinander das Buch von Rademacher als Quelle genannt und daraus zitiert. Das Buch von Vondra und Pecha findet sich auch in deutschen Bibliotheken. Die Daten sind also schon öffentlich zugänglich - und das einer breiten Masse - weshalb die Auflistung hier auch gerechtfertigt ist. Im übrigen handelt es sich auch um Personen der Zeitgeschichte. Dass in einer größeren Auflage vorhandene Buch von Vondra und Pecha nennt noch weit mehr Details, Namen, Geburtsdaten, Paßfotos usw. Wer mehr Informationen sucht ist mit diesem Buch gut bedient.
The book „Budweisers into Czechs and Germans“ by Professor Jeremy King
A reader´s comment
The book is a good scientific research by Professor King. It is about the time between 1848 and 1948 and tells the local history of the town Budweis/Budejovice. The residents often called themselves „Budweisers“, an intention to demonstrate that they were neither Czech nor German, perhaps both but at first residents of this nice town in South Bohemia.
The intention of Professor King was to show how nationality developed and how people became Czech or German. In my view the author did a very good job in discribing the situation in the 19th century. The reader will find a lot of answers.
A negative point of the book is the 20th century. While reading the book I felt the author lost his power. Perhaps he wanted the book to be finished or he was crunched by the material. Compared with the 19th century the 20th century is underrepresented. You will find some things about the time between 1920 and 1939 but only few about 1939 to 1945 when Budweis/Budejovice was part of the „Protectorate of Bohemia and Moravia“. That is a pity.
The contents tell us the following:
Politics in flux 1848-1871
A more broad and national politics 1871-1890
Free-for-all 1890-1902
Toward a multinational state 1902-1918
Bohemian Politics Reframed 1918-1945
Budweis buried 1945-1948
Professor King wrote about what Nazi-Officials like Heydrich and Franck said, intented to do etc. Those people lived in Prague, not in Budweis/Budejovice. What was the impact in town? What did Nazi-Officials there want, intend? What did they do? How was the living for each side? There are no answers in the book.
It is easy for historians to look at official statements. But people and their views, characters and feelings make history. Thus it is not so important what Heydrich said. If you write about Budweis/Budejovice look at the statements of people there.
The time between 1920 and 1939 was decisive. Many Germans in town were born between 1900 and 1915. They did not know the days of the old austro-hungarian monarchy, only the new state and the new order in town. It is obvious that they had prejudices about the Czech. Why did that happen? Was it only the teaching by their parents or experience? Why weren´t 20 years of common history under Czech rule enough for both sides to become friends?
You read often about the influence of Hitler and the sudetengerman parties etc. It is an easy way to blame foreign influence for everything bad. Why was the influence welcome, why were german residents in town excited? If you look at old postcards from 1939 you will find a printing near the stamp telling „We are free!“
Well, even as a German you weren´t free under Nazi-rule thus making the printing a logical nonsense. I even do not think that living under Czech-rule was a nightmare but why did people feel so? What was the reason?
If you don´t follow the blame game (one side says the Czechs were responsible, the others say the Germans were responsible) it will be possible to find out more.
A small statistic:
Mentioning the 19th century: Pages 15 to 114 (I included chapter three) Mentioning the 20th century: Pages 115 to 189
If you look at the number of pages the underrepresentation of the 20th century is clear. In chapter five the author filled pages by mentioning the politics of Heydrich and Franck without a clear answer about how it depended Budweis. Well, Professor King didn´t intend to write a book about the history of the Protectorate at all?
Following a small list of unanswered questions depending the 20th century history of Budweis/Budejovice
- Exact numbers of people declaring themselves to be a German from 1920 to 1938 in town and the small villages around in the „Sprachinsel“ (language island). Comparison to 1939/1940. The number of Germans increased during the protectorate because Germans from the „Reich“ moved house. But they settled in town at most and not in the rural areas. So the numbers in the rural areas will give an objective view.
- Voting for german parties from 1920 to 1938. Was there an increase, decrease? Did „officially“ czech residents vote for the other side?
- How many people changed nationality between 1939 and 1944 in comparison to the time from may 1945 to the end of 1946? (Turncoats in the view of Professor King; people who tried to make the best of bad times in my view)
- Why did officials decide to resettle german people from South-Tirol (Italy) in the Budweis area and not elsewhere? Was the number of people changing nationality not great enough?
- What about a statistic to compare the numbers of people to become a Czech again after 1945 to the percentage of all „official“ Germans? What about a comparison from the first questions about nationality from 1880 to 1938? (You see I like statistics)
Professor King provides some data in his book, but no summary. The reader will find numbers spread through a lot of pages without knowing how exactly the numbers developed. The lack of spreadsheets is a negative point in this book
In my view this are all questions to be asked if one will write a book about how people became a Czech or a German in the 20th century.
The decision was often by chance, by parents or which school people attended. During my private research I talked to a lot of former citizens of Budweis/Budejovice and the surrounding villages. The line between being a Czech or a German often cut families. For example the brother became Czech, the sister became German and had to leave the town. Others became Czech because their mother was a Czech and - while the german father was a war-prisoner elsewhere - she decided to change nationality (during the protectorate the whole family declared to be German) perhaps to keep the farm. The later released father had no chance to rejoin again with his family. He died decades later as a lonely man.
This are the dark sides of sorting people into nationalities. In the Budweis/Budejovice area the population was mixed. Mixed marriages were common. How to sort mixed marriages in nationalities?
Summary:
The book of Professor King is at all worth to read. It provides a lot of information about the 19th century but only few about the 20th century, especially the time from 1920 to April 1945. The lack of spreadsheets makes it difficult to get an overview about exact numbers, how exactly things developed. Sometimes the book reads like a story about the history of town mentioning the ethnics by the way, sometimes it reads like a history of the protectorate. It is clear that you must mention the history if you want to write about Czechs and Germans in town, but it must be clear what the book is about. Unfortunately many questions about the 20th century are still unanswered.
The years from 1900 to 1948 (decisive decades) will be enough to fill another book about „Budweisers into Czechs and Germans“.
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