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Hackelhöf      Haklovy Dvory

The following report is about the newspaper “Der Dorfbote”. It is written in german only and provides my views about it.

Typische Inhalte des Wochenblattes “Der Dorfbote”, Herausgeber: Moldavia Verlag Budweis

Zeitraum 1919 bis 1925:

Das Blatt berichtet nur selten über Ereignisse aus dem Raum Budweis, da es sich im Grunde als Stimme der gesamten deutschsprachigen Bauernschaft der inzwischen gegründeten Tschechoslovakei versteht.
Der Titel “Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung für das deutsche Landvolk” sagt schon viel über das Programm aus. Wahrscheinlich würde heute kaum jemand auf die Idee kommen mit einer Zeitung “belehren” zu wollen, da dies voraussetzt, daß Potential zur Belehrung vorhanden ist bzw. es jemand nötig hat belehrt zu werden. Zur damaligen Zeit stellte das offensichtlich - auch aus der Sicht des Marketing - kein Problem dar.
Der Dorfbote wurde gedruckt in der Schriftart Fraktur, was sie zusammen mit der altersbedingten Verwitterung des Papiers (dessen Qualität auch nicht die beste war) und der kleinen Schrift aus heutiger Sicht schwer lesbar macht.
Üblicherweise beginnt eine Ausgabe mit dem Vorwort der Redaktion, die darin ihre Meinung zu Themen der Zeit verkündet. Nach Meldungen über Wirtschaftsfragen und Vorgänge im Ausland folgt in der Regel ein
Leserbrief. Typischerweise werden darin Probleme der Landwirtschaft angesprochen, jedoch auch mehr oder weniger offen Kritik an der damaligen Regierung geübt. Zensurmaßnahmen führten des öfteren dazu daß ein Leserbrief begann mit “An die Leser des Dorboten! Die vielfältigen Probleme des Bauernstandes...” danach folgten leere Absätze und ganz unten endet der Leserbrief mit einer Grußformel und entweder dem Namen des Schreibers (damals tat sich da besonders ein Bauer Reitoman hervor) oder dem Hinweis auf einen anonymen Schreiber (z.B. “Ein Leser des Dorfboten”) Man fragt sich oft, was an den damaligen Problemen so schlimm war, daß Nachrichten darüber zensiert werden mußten. Ein zensierter Leserbrief behandelte z.B. eine damals bestehende Knappheit an Futtermitteln.
Politisch gesehen war der Dorfbote eher harmlos im Ton. Es läßt sich heute nicht mehr sagen ob dies so gewollt war oder aufgrund der Zensur notwendig wurde. Die Nachrichten aus aller Welt waren kurz gehalten und wurden oft ohne Hintergrundberichte angeboten. Äußerst klein geschrieben wurden Hinweise auf neue Gesetze oder Nachrichten aus dem Parlament. Soweit Nachrichten aus Budweis gedruckt wurden waren sie knapp und ebenfalls ohne Hintergrundbericht.(siehe hierzu unten)
In den Jahren 1921 und 1922 wurden Schließungen deutschsprachiger Schulen zumeist nur knapp gemeldet, jedoch wurde fast immer darauf hingewiesen für wieviele Schüler neue tschechischsprachige Schulen eröffnet wurden. Die Schülerzahl war im Regelfall kleiner als 10. Es war ein Glücksfall, daß ausgerechnet die Schließung der Hackelhöfer Schule 1922 so ausführlich behandelt wurde. Angesichts der Einwohnerzahl von knapp über 200 war die Größe der Meldung schon erstaunlich für eine überregionale Zeitung.
Möglicherweise verdankt die Nachwelt dies dem Johann Powischer und seinen verwandschaftlichen Beziehungen nach Hackelhöf.

Das soziale Wirken des Dorfboten äußerte sich in der “Erstattung” für Brandschäden. Jeder Abonnent der Zeitung, der mit seiner Zahlung nicht im Rückstand war, erhielt bei einem Brandschaden an Hof oder Scheune einen Ersatz von ca. 100 Kronen. Angesichts der berichteten Schäden von mehreren tausend Kronen war dies wohl eher eine symbolische Geste.
Relativ umfangreich war der Werbeblock mit einem Sammelsurium nützlicher oder auch unsinniger Angebote. Die werbenden Firmen waren üblicherweise deutsch, es finden sich kaum Angebote tschechischer Firmen. (erst in späteren Jahren) Damals existierten die Volksgruppen offensichtlich mehr nebeneinander als miteinander.
In der Ausgabe Nr. 3 von 1923 wird erstmals über die “10 Minuten-Spende” berichtet.Bei jeder deutschen Veranstaltung sollte diese für 10 Minuten unterbrochen werden um für deutsche Schulen zu spenden. Das gesammelte Geld wurde überwiesen an den Deutschen Kulturverband Prag , Katharinengasse 40.
In der frühen 20er Jahren finden sich oft Anzeigen von Familien von in Rußland vermißten Soldaten des österreichischen Heeres. Teilweise werden hohe Belohnungen versprochen für jede Art von Informationen. Auch finden sich oft Berichte über Soldaten, die rein zufällig irgendwo im asiatischen Teil Rußlands vom Kriegsende gehört hatten und sich dann erst auf die Heimreise machten. Teilweise waren sie schon vom österreichischen Heer für tot erklärt worden. Es berührt einen unangenehm wenn man bedenkt wie sich die Geschichte 30 Jahre später wiederholte.

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(Zu Nachrichten aus Budweis: In der Ausgabe Nr. 50 1921, Seite 10 findet sich der Hinweis, daß der Budweiser Bürgermeister Swoboda dem Stadtrat Leopold Schweighofer verboten hat im Rat deutsch zu reden, da nur tschechisch erlaubt war. Es fehlt der wichtige Hinweis, daß dies zum einen an der geringen Zahl der deutschen Minderheit lag (< 20 %) und daß in der Zeit der Donaumonarchie die deutschen Stadtratsmitglieder entgegen dem Gesetz die alleinige Benutzung der deutschen Sprache durchsetzen wollten. Wien hatte dieses Ansinnen aus Gründen der Gleichbehandlung beider Volksgruppen klar abgelehnt. Der Dorfbote hätte diesen Hinweis bringen müssen, aus Gründen der objektiven Berichterstattung.)

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